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#121: PREYER: Wer ist die Freisinger Holding AG?

Teil 1: Die Entdeckung – Ein Unternehmen zwischen Biogas, Regierungsaufträgen und eleganter Diskretion

 

Im Bereich Wirtschaft habe ich kürzlich eine Firma entdeckt, die mich nicht mehr loslässt. Die Freisinger Holding AG – ein österreichisches Unternehmen, das sich auf biogenes CO₂, Trockeneis und nachhaltige Energietechnologien spezialisiert hat. Ein Börsengang dürfte bevorstehen, die ersten strategischen Investoren sind bereits an Bord. Soweit die Fakten. Doch je tiefer man gräbt, desto mysteriöser wird es.

Wer sind diese Leute? Warum erhalten sie Regierungsaufträge, noch bevor ihre Anlagen überhaupt fertig gebaut sind? Und wer ist dieser ominöse „Herr Freisinger“, über den in Wirtschaftskreisen getuschelt wird – mal ehrfürchtig, mal mit hochgezogenen Augenbrauen?

 

 

Das Geschäftsmodell: CO₂, Biogas und eine Smart Factory

Die Freisinger Holding ist zu 33 Prozent an der BCR Bio Carbon Refinery GmbH beteiligt – einem Unternehmen, das sich der „biogenen CO₂-Veredelung“ verschrieben hat. Klingt sperrig, ist aber hochaktuell: Aus Bioabfällen wird Methangas gewonnen, das CO₂ wird nicht in die Atmosphäre geblasen, sondern zu Düngemitteln und Trockeneis verarbeitet. Kreislaufwirtschaft im besten Sinne des Wortes eben.

Das Herzstück: eine geplante „Smart Factory“ in Amstetten, Niederösterreich. Vollautomatisierte CO₂-Veredelung, mineralische Düngemittelproduktion, Methanaufbereitung – alles direkt neben einer bestehenden Biogasanlage. Ein Vorzeigeprojekt, also. Eines der interessantesten CO₂- und Energieprojekte im deutschsprachigen Raum sogar.

Die operative Leiterin beider Unternehmen – BCR und der Biogasanlage Bio Fuel Systems GmbH – ist Katharina Hader, Umwelttechnikerin und mit 20 Prozent an Bio Fuel Systems beteiligt. Eine Frau, die nicht nur technische Expertise mitbringt, sondern auch „Behördenmanagement“ beherrscht. Ein Begriff, der in dieser Geschichte noch wichtig werden wird.

 

Die Freisinger-Gruppe: Mehr als nur Biogas

Die Freisinger Holding ist nicht nur an der BCR beteiligt. Sie umfasst ein ganzes Firmengeflecht:

  • Freisinger Enterprises GmbH – die technologische Plattform
  • Gas & Technik Freisinger GmbH & Co KG – führend im Handel mit biogenem CO₂ und Trockeneis; kürzlich Exklusivrechte an einer großen CO₂-Quelle in Niedersachsen erworben; Trockeneis-Produktion dort seit Juli in Betrieb.

Die Kommanditanteile dieser KG sollen bald per Sacheinlage in die Holding eingebracht werden. Ein klassisches Manöver vor einem Börsengang: Strukturbereinigung, Wertsteigerung, Transparenz für potenzielle Investoren.

So weit, so normal. Doch dann beginnt es, seltsam zu werden.

 

Regierungsaufträge, ÖBB-Verträge und Corona-Aktivitäten

Die Gas & Technik Freisinger GmbH & Co KG sicherte sich bereits im Vorjahr langfristige Lieferverträge mit den Österreichischen Bundesbahnen – einer der wichtigsten öffentlichen Institutionen des Landes. Kein kleiner Coup für ein mittelständisches Unternehmen.

Während der COVID-19-Pandemie waren die Freisinger-Unternehmen „auffallend nah am behördlichen und infrastrukturellen Krisengeschehen tätig – sachlich, unaufgeregt und im Hintergrund“, wie es in einer Pressemitteilung heißt. Was genau das bedeutet? – bleibt vorerst unklar; die Betonung liegt hier freilich auf: vorerst. Trockeneis war während der Pandemie ein knappes Gut – für die Kühlung von Impfstoffen unverzichtbar.

Und nun erhält die BCR Bio Carbon Refinery, nur wenige Monate nach ihrer Gründung, bereits „langfristige Regierungsaufträge“ und erzielt erste Umsätze – noch bevor die Smart Factory in Amstetten überhaupt vollständig errichtet ist. Ein seltener Erfolg in dieser technologisch anspruchsvollen Branche“! In der Tat: selten.

  

Fortsetzung folgt.